Umfang und Freigabe
Vor einem Update wird festgehalten, welche Funktionen sich ändern und welche betrieblichen Abläufe betroffen sind. Dazu gehören auch angebundene Programme, geplante Hintergrundaufgaben und Dokumentvorlagen. Eine zuständige Person prüft die fachlichen Ergebnisse und gibt den vereinbarten Stand frei.
Für die Einführung werden Zeitpunkt, mögliche Unterbrechungen und Ansprechpartner festgelegt. Müssen laufende Vorgänge vorher abgeschlossen werden, gehört das in die Vorbereitung. Eine Versionskennung macht nachvollziehbar, welcher geprüfte Stand anschließend in Betrieb geht.
Programm und Datenbestand
Ein Update kann neben Programmdateien auch die Datenbank verändern. Neue Felder, geänderte Zuordnungen oder entfernte Spalten beeinflussen, welche Programmversion mit dem Datenbestand arbeiten kann. Die Umstellung wird deshalb vorab mit einem repräsentativen Testbestand erprobt.
Bei größeren Änderungen kann eine schrittweise Umstellung helfen: zuerst ein neues Feld ergänzen, vorhandene Werte übertragen und prüfen, danach die alte Struktur entfernen. Ob alte und neue Programmversion zeitweise nebeneinander laufen dürfen, hängt von ihrer Verträglichkeit mit den Daten und Schnittstellen ab.
Rückweg vorab prüfen
Die bisherige Programmversion wieder einzuspielen reicht nur, wenn sie mit dem aktuellen Datenstand zurechtkommt. Wurden Daten umgewandelt oder entfernt, braucht es einen gesonderten Plan. Auch ein technisches Rücknahmeskript kann bereits erfasste Informationen verlieren.
Eine Sicherung stellt einen früheren Stand wieder her. Seitdem entstandene Aufträge oder andere Änderungen müssen dabei gesondert berücksichtigt werden. Vor der Einführung wird erprobt, welcher Rückweg möglich ist, wie lange er dauert und wer über seine Ausführung entscheidet.
Wiederherstellung erproben
Für die Probe wird eine abgeschirmte Testumgebung bereitgestellt. Automatische E-Mails und Schnittstellen sind dort auf Testziele umgestellt oder deaktiviert. Anschließend werden die Sicherung eingespielt und wichtige Geschäftsabläufe samt Daten und Anhängen geprüft. Benötigte Zugänge, fehlende Arbeitsschritte und gemessene Zeiten fließen in die Wiederherstellungsanleitung ein.
Einführung und Beobachtung
Nach dem Update werden einige vollständige Geschäftsabläufe geprüft: etwa Anmeldung, Auftragserfassung, Dokumentausgabe und die Übertragung an ein angebundenes System. Ein erreichbarer Startbildschirm bestätigt diese Funktionen noch nicht. Auch geplante Aufgaben müssen zum vorgesehenen Zeitpunkt wieder laufen.
Fehlermeldungen, Bearbeitungszeiten und ausstehende Übertragungen zeigen, ob sich der Betrieb verändert hat. Vorab festgelegte Abbruchkriterien helfen bei der Entscheidung, die Einführung anzuhalten, eine Korrektur vorzunehmen oder den geprüften Rückweg zu nutzen.
Unterlagen für das Update
- Geprüfte Version und betroffene Geschäftsabläufe.
- Datenbankänderungen, Einstellungen und abhängige Systeme.
- Einführungszeitpunkt, Zuständigkeiten und erwartete Unterbrechungen.
- Wiederherstellungsprobe, Rückweg und Umgang mit inzwischen entstandenen Daten.
- Funktionsprüfung nach dem Start und Kriterien für die weitere Beobachtung.
Weiterbetrieb und technische Grundlagen
- Software übergeben und weiterbetreiben
- Bestehende Software modernisieren
- Altbefunde bei Codeprüfungen behandeln
Technische Grundlagen: Microsoft: Datenbankänderungen anwenden und zurücknehmen und Microsoft: Softwareversionen kontrolliert einführen. Zur Wiederherstellungsprobe: Microsoft: Wiederherstellungsziele und erprobte Abläufe (englisch).