Gemeinsamer Produktumfang

Eine interne Anwendung bildet häufig die Abläufe eines einzigen Unternehmens ab. Vor dem Einsatz bei weiteren Kunden muss klar sein, welche Funktionen alle benötigen und welche Unterschiede über Einstellungen abgebildet werden. Dazu gehören beispielsweise Freigabeschritte, Dokumentvorlagen und die Zuordnung von Benutzerrechten.

Eigene Programmversionen für jeden Kunden erhöhen den Aufwand für Fehlerkorrekturen und Updates. Deshalb unterscheiden wir gemeinsame Funktionen, konfigurierbare Varianten und individuelle Erweiterungen bereits bei der Planung.

Kundendaten und Zugriffsrechte

Jeder Geschäftsvorgang benötigt eine eindeutige Kundenzuordnung. Diese muss beim Lesen und Ändern von Daten geprüft werden, ebenso bei Dateidownloads, Exporten und Suchergebnissen. Das Ausblenden fremder Daten in der Oberfläche genügt dafür nicht.

Benutzer aus Kunde A und B greifen über dieselbe Anwendung auf jeweils freigegebene Kundendaten zu. Der Server prüft jeden Zugriff.Benutzer aus Kunde A und B greifen über dieselbe Anwendung auf jeweils freigegebene Kundendaten zu. Der Server prüft jeden Zugriff.
Die Kundenzuordnung wird auf dem Server geprüft. Die getrennten Datenbereiche können in einer gemeinsamen oder in getrennten Datenbanken liegen.

Eine erfolgreiche Anmeldung beantwortet zunächst nur, wer sich angemeldet hat. Erst die Prüfung von Kundenzuordnung und Berechtigung entscheidet, welche Daten diese Person öffnen oder ändern darf. Das gilt auch, wenn sie eine direkte Adresse zu einem Datensatz verwendet.

Auch Hintergrundaufgaben, Zwischenspeicher und Benachrichtigungen müssen die Zuordnung beachten. Automatisierte Tests prüfen deshalb Zugriffe mit unterschiedlichen Kundenkonten, einschließlich des Versuchs, fremde Datensätze über eine bekannte Kennung aufzurufen.

Ob Kunden eine gemeinsame Datenbank nutzen oder getrennte Datenbanken erhalten, hängt unter anderem von Anforderungen an Trennung, Wiederherstellung und Betrieb ab. Eine gemeinsame Datenbank vereinfacht manche Betriebsaufgaben. Getrennte Datenbanken können die Wiederherstellung eines einzelnen Kunden erleichtern, erhöhen aber die Zahl der zu verwaltenden Datenbestände.

Benutzer und Support

Ein Kunde sollte Benutzer einladen, Rechte vergeben und Zugänge sperren können. Falls eine Person für mehrere Kunden arbeitet, muss der Wechsel zwischen diesen Unternehmen eindeutig sein. Einladungen und zurückgesetzte Passwörter dürfen keine zusätzlichen Zugriffsrechte eröffnen.

Supportmitarbeiter benötigen gesonderte Rechte. Vor dem Start wird festgelegt, wer auf Kundendaten zugreifen darf, zu welchem Zweck und wie diese Zugriffe protokolliert werden. Die Verwaltung eines Kundenkontos und der Zugriff auf dessen fachliche Daten sind dabei getrennte Aufgaben.

Tarife und Abrechnung

Zunächst braucht das Produkt eine klare Abrechnungsgrundlage, etwa Nutzerzahl, Standorte oder Nutzung. Daraus ergeben sich die benötigten Messwerte und die Zuordnung zu Tarifen. Preisänderungen, Paketwechsel und Kündigungen müssen auch für laufende Verträge eindeutig geregelt sein.

Die Freischaltung von Funktionen muss zum gebuchten Paket passen. Für fehlgeschlagene Zahlungen wird festgelegt, wann informiert, erneut abgerechnet oder ein Zugang eingeschränkt wird. Ein angebundener Zahlungsdienst übernimmt dabei nur die jeweils vereinbarten Teile des Ablaufs.

Ein Paketwechsel im laufenden Monat

Im Beispiel wechselt ein Kunde vom Paket für einen Standort zu einem Paket für mehrere Standorte. Wirksamkeitsdatum, freigeschaltete Funktionen und Abrechnung müssen zusammenpassen. Eine mehrfach zugestellte Zahlungsbestätigung darf den Wechsel nicht mehrfach ausführen. Bei einer späteren Herabstufung wird festgelegt, wie vorhandene Standorte und deren Daten behandelt werden.

Für Unternehmenskunden kann zudem eine Anbindung an ihre zentrale Anmeldung erforderlich sein. Die Zugriffsrechte innerhalb der Anwendung bleiben dabei gesondert geregelt.

Betrieb und Datenübergabe

Vor dem ersten Kundenstart werden Zuständigkeiten für Überwachung, Störungen und Updates festgelegt. Datensicherungen müssen sich wiederherstellen lassen; bei gemeinsam gespeicherten Kundendaten ist auch die Wiederherstellung eines einzelnen Kunden zu planen. Änderungen an Datenstrukturen gehören in den Ablauf für neue Programmversionen.

Ein Kunde benötigt einen geregelten Weg für Datenimport, Export und die Beendigung der Nutzung. Dabei sind Löschfristen, verbleibende Sicherungen und vertragliche Aufbewahrungspflichten zu berücksichtigen. Welche Betriebsleistungen und Reaktionszeiten angeboten werden, muss vor dem Verkauf feststehen.

Erster Einsatz bei einem weiteren Kunden

Ein geeigneter erster Abschnitt umfasst einen vollständigen Ablauf: Kunde einrichten, Benutzer einladen, Daten erfassen und das Ergebnis exportieren oder weiterverarbeiten. So werden Unterschiede zum bisherigen internen Einsatz früh sichtbar.

Vor der Freigabe prüfen wir diesen Ablauf mit getrennten Kundenkonten. Zusätzlich werden das Sperren eines Zugangs, Supportrechte und die Wiederherstellung erprobt. Die Ergebnisse bestimmen, welche Änderungen vor einem breiteren Einsatz noch erforderlich sind.

Umsetzung und technische Basis

Technische Dokumentation