Desktop weiterentwickeln
Eine Windows-Oberfläche bleibt sinnvoll, wenn die Anwendung eng mit lokalen Geräten oder Windows-Funktionen verbunden ist. Dazu gehören etwa Messgeräte mit Herstellertreibern, besondere Druckfunktionen oder die Bedienung einer Maschine. Auch ein Arbeitsplatz, der ohne Netzwerkverbindung arbeiten muss, kann für eine Desktop-Anwendung sprechen.
WinForms und WPF lassen sich mit aktuellem .NET betreiben. Vor einer Umstellung prüfen wir, ob die verwendeten Bibliotheken, Steuerelemente und Treiber dafür verfügbar sind. Eine neue .NET-Version ersetzt weder die Oberfläche noch die fachlichen Funktionen automatisch.
In den Browser wechseln
Eine Webanwendung eignet sich für Abläufe, die an mehreren Standorten oder auf unterschiedlichen Geräten genutzt werden. Die Oberfläche wird zentral bereitgestellt; eine Installation an jedem Arbeitsplatz entfällt. Die Bedienung muss dennoch zu den vorgesehenen Bildschirmen und Eingabegeräten passen.
Lokale Geräte und Dateien sind aus dem Browser nur eingeschränkt erreichbar. Eine vorhandene Anbindung an Scanner, Drucker oder Maschinen muss deshalb gesondert geprüft werden. Für einzelne Aufgaben kann ein lokaler Dienst erforderlich sein, der die Verbindung zur Webanwendung herstellt. Dieser Dienst muss weiterhin installiert und gewartet werden.
Offline-Nutzung
Entscheidend ist, welche Arbeit bei einer unterbrochenen Verbindung möglich bleiben muss. Eine Übersicht mit zuletzt geladenen Daten stellt andere Anforderungen als das Erfassen und Ändern von Aufträgen. Werden Daten offline geändert, braucht die spätere Übertragung Regeln für Konflikte und doppelte Vorgänge.
Das gilt auch für Desktop-Software, wenn sie ihre Daten von einem Server bezieht. Die Art der Oberfläche allein sagt daher wenig darüber aus, ob eine Anwendung ohne Netzwerk weiterarbeiten kann.
Vorhandenen Code übernehmen
Berechnungen, Prüfregeln und Schnittstellen lassen sich leichter weiterverwenden, wenn sie von der Oberfläche getrennt sind. Stehen diese Regeln direkt im Code einzelner Fenster, muss diese Trennung zunächst hergestellt werden. Die Bildschirmmasken selbst werden bei einem Wechsel von WinForms oder WPF zu einer Weboberfläche neu umgesetzt.
Vor der Übernahme halten wir wichtige Ergebnisse der bestehenden Anwendung mit Beispieldaten fest. Damit lässt sich prüfen, ob ein übernommener oder neu geschriebener Teil weiterhin richtig rechnet und dieselben betrieblichen Regeln berücksichtigt.
Gemischter Betrieb
Maschinenbedienung und Verwaltung müssen nicht dieselbe Oberfläche verwenden. Eine lokale Windows-Anwendung kann Geräte steuern, während Planung und Auswertung im Browser laufen. Beide greifen über definierte Schnittstellen auf die benötigten Daten zu.
Bei einer schrittweisen Ablösung legen wir für jeden Abschnitt fest, welche Anwendung Daten ändern darf. Das verhindert widersprüchliche Zuständigkeiten während der Übergangszeit. Ein paralleler Betrieb benötigt außerdem eine abgestimmte Benutzerverwaltung und einen klaren Supportweg.
Für den Wechsel wird ein letzter Datenabgleich benötigt. Anschließend werden alte Schreibzugriffe gesperrt und neue Eingaben in der Zielanwendung geprüft. Eine Rückkehr zur bisherigen Anwendung muss auch die inzwischen neu erfassten Vorgänge berücksichtigen.
Grundlage der Entscheidung
- Arbeitsplätze: Geräte, Betriebssysteme, Bildschirmgrößen und Eingabehilfen erfassen.
- Verbindungen: Lokale Hardware, angebundene Programme und Netzwerkabhängigkeiten prüfen.
- Ausfälle: Festlegen, welche Arbeit ohne Verbindung möglich bleiben muss.
- Bestand: Quelltext, verwendete Komponenten und vorhandene Tests untersuchen.
- Betrieb: Verteilung von Updates, Wartung und Umstellung vergleichen.
Bei einer unklaren Geräteanbindung oder einem anspruchsvollen Bedienablauf hilft ein begrenzter technischer Versuch. Er prüft die offene Frage, bevor die gesamte Oberfläche neu entwickelt wird.